Grauer Star

Grauer Star (oder Katarakt) ist eine Trübung der ursprünglich klaren Augenlinse. Typisches Symptom ist eine langsame Sehverschlechterung, so als sähe man durch eine schmutzige Fensterscheibe oder durch einen Schleier, der allmählich immer dichter wird. Eine Blendempfindlichkeit kommt oft hinzu, die beispielsweise beim nächtlichen Autofahren störend auffällt.

Natürliche Alterung der Linse

Die natürliche Augenlinse liegt unmittelbar hinter der Pupille. Sie besteht aus durchsichtigen Eiweißstoffen, die besondere optische Brechungseigenschaften besitzen. Linsentrübungen treten in den meisten Fällen aufgrund des natürlichen Alterungsprozesses auf (Altersstar; meist ab dem 65. Lebensjahr).

In seltenen Fällen können auch Verletzungen, chronische Entzündungen im Auge oder die Einnahme bestimmter Medikamente Ursache für das Entstehen eines Grauen Stars sein. In noch selteneren Fällen kann ein Grauer Star auch angeboren oder erblich bedingt sein.

Wie wird der Graue Star festgestellt?

Ob die Ursache Ihrer Beschwerden tatsächlich ein Grauer Star ist, stellt der Augenarzt bei einer gründlichen Gesamtuntersuchung des Auges fest. Dabei kann er auch erkennen, ob noch weitere Augenerkrankungen vorliegen. Abhängig vom Untersuchungsergebnis kann außerdem abgeschätzt werden, wie sehr Sie von der Entfernung des Grauen Stars profitieren würden.


 

Die Katarakt- / Graue Star-Operation

Die einzige Methode, den Grauen Star wirkungsvoll zu behandeln, ist die Katarakt-Operation/ Graue-Star-Operation. Sie ist die am häufigsten durchgeführte Operation in Österreich: etwa 80.000 Menschen werden jährlich vom „grauen Schleier“ befreit: Bei der Kataraktoperation wird die trübe Augenlinse entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt.

Dieser Eingriff kann in den meisten Fällen ambulant und in lokaler Betäubung ausgeführt werden. Für Sie ist die Operation nahezu schmerzlos und kann überwiegend ambulant durchgeführt werden, d.h. ein Krankenhausaufenthalt ist meistens nicht erforderlich.

Wann wird operiert?

Der richtige Zeitpunkt für die Kataraktoperation wird bei jedem Patienten individuell im persönlichen Gespräch mit Ihrem Augenarzt festgelegt. Ausschlaggebend ist, ob Sie durch den Grauen Star im täglichen Leben beeinträchtigt werden.

Wie läuft die Katarakt-Operation ab?

Das häufigste Verfahren der Kataraktoperation ist die sogenannte Phakoemulsifikation:

  • Zuerst wird das Auge mit Augentropfen örtlich betäubt.
  • Mit einem sehr kleinen Schnitt eröffnet der Operateur den Augapfel.Christina Leydolt operiert
  • Anschließend entfernt er einen Teil der Linsenkapsel.
  • Nun kommt das Phakoemulsifikations-Gerät zum Einsatz, das die harte Augenlinse mit Hilfe von Ultraschallschwingungen verflüssigt und zugleich absaugt.
  • Zurück bleibt der glasklare, leere Kapselsack, in den der Operateur nun die Kunstlinse einsetzt.

Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass der Augapfel für die Operation nur sehr wenig eröffnet werden muss. Die kleinen Öffnungen verschließen sich meist von selbst und sind danach wasserdicht. Nur in Ausnahmefällen werden sie zusätzlich durch feinste Nähte gesichert.

Woraus bestehen Kunstlinsen (Intraokularlinsen)?

Die Kunstlinse (Intraokularlinse) besteht aus Kunststoff wie Acrylate oder Silikone. Viele moderne Linsen können für die Implantation gefaltet werden, so dass sie durch eine nur sehr kleine Öffnung ins Auge gebracht werden können. Der optisch wirksame Teil hat einen Durchmesser von etwa sechs Millimeter. Elastische Bügel am Rand sorgen für einen sicheren Sitz in der Linsenkapsel. Der Körper verträgt diese Kunststofflinsen sehr gut.

Worauf müssen Sie nach der Operation achten?

• Am Ende der Kataraktoperation bekommen Sie eine durchsichtige Schutzschale. Diese bleibt meist bis zum nächsten Tag auf dem Auge und soll auch in der ersten Woche nach der Operation nachts getragen werden. Das ist wichtig, damit Sie nicht versehentlich das Auge reiben.
• Ihr Augenarzt wird Ihnen entzündungshemmende Augentropfen verordnen, die Sie zuverlässig nehmen müssen.
• In der ersten Woche nach der Operation sollte auf Sport verzichtet werden; Fitness kann jedoch sofort betrieben werden.
• Vorsichtiges Waschen des Gesichts mit geschlossenen Augen und sauberem Wasser ist nach der Operation möglich. Achten Sie allerdings darauf, nicht am Auge zu reiben und vermeiden Sie direkten Augenkontakt mit verunreinigtem Wasser und Shampoo oder Seife.
Autofahren ist erst nach einer postoperativen augenärztlichen Kontrolle mit Sehtest erlaubt.
• Wegen der Gefahr einer Infektion durch Keime in der Erde sollten Sie in den ersten zwei Wochen nach der Operation auf Gartenarbeit verzichten.
Sauna und Schwimmbadbesuche sind in den ersten zwei Wochen nach der Operation zu vermeiden.

Was tun bei Beschwerden?

Nach der Kataraktoperation wird Ihr Augenarzt mit Ihnen Termine für Kontrolluntersuchungen vereinbaren, die Sie auf jeden Fall einhalten sollten. Die Wahrscheinlichkeit, dass nach der Operation Komplikationen auftauchen, ist sehr gering.

Sollten Sie dennoch eine Verschlechterung bemerken – Schmerzen haben, das Auge stark gerötet ist oder Sie deutlich schlechter sehen – kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Augenarzt oder suchen Sie eine augenärztliche Notfallambulanz auf.

Mehr als 90 Prozent der jährlich in Österreich Katarakt operierten Patienten können nach dem Eingriff wesentlich besser sehen als vorher. Zahlreiche Maßnahmen rund um die Operation dienen dazu, die Qualität hoch zu halten bzw. laufend zu verbessern.

Welche Vorteile bringt eine Katarakt-Operation?

Eine Verbesserung des Sehens tritt meist schon in den ersten Tagen nach der Kataraktoperation ein. Die endgültige Sehschärfe wird jedoch erst in den darauffolgenden Wochen nach der OP erreicht.

Bei der Voruntersuchung werden die Werte der neuen Linse so genau wie möglich berechnet, dennoch bleibt in der Regel auch weiterhin eine schwache Brillenkorrektur für die Nah- oder Fernsicht erforderlich.

Wochen oder Monate nach der Star-Operation kann es in manchen Fällen noch einmal zu einer allmählichen Sehverschlechterung kommen. Diese Trübungen nennt man Nachstar und kann ambulant mit einem Laser endgültig beseitigt werden. Danach ist gutes Sehen wieder möglich.

Brauche ich nach der Operation überhaupt noch eine Brille?

Besonderes Interesse lege ich auf die perfekte Operationsplanung und die Auswahl der optimalen Kunstlinse. Dafür wird vor der Operation eine genaue Augenuntersuchung sowie eine exakte Messung und Berechnung der einzusetzenden Linse mittels einer optischen Biometrie durchgeführt.

Die Linsenberechnung kann damit, so genau wie nach dem neuesten Stand der Technik möglich, vorgenommen werden, damit Sie nach der Operation eine möglichst schwache Brille oder im Idealfall keine Brille für z.B. die Ferne mehr benötigen.

In einem ausführlichen Gespräch werden Ihre Bedürfnisse, Anforderungen und Erwartungen an das Sehen eingehend besprochen.

Welche Arten von Kunstlinsen gibt es?

Standardmäßig wird eine Monofokallinse implantiert. Mit dieser Linse ist das Sehen ohne Brille in der Regel entweder nur in der Ferne oder in der Nähe möglich. Für die jeweils andere Distanz ist weiterhin eine Brille nötig.

Alternativ dazu gibt es die Möglichkeit, eine Multifokallinse zu implantieren. Mit dieser Mehrstärken bzw. Multifokallinse haben Sie die Chance, großteils auf Ihre Brille verzichten zu können – sowohl in der Ferne als auch in der Nähe.

Des weiteren gibt es torische Linsen, die eine vorbestehende Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) korrigieren können.

Zudem gibt es spezielle Filterlinsen, z.B. die Blaufilterlinse, welche durch das Filtern von energiereichem Licht einen Schutz insbesondere der Makula bieten, ohne dass der Seheindruck durch die Filterwirkung verfälscht wird.

Ich nehme mir gerne Zeit, Sie vor Ihrer Kataraktoperation ausführlich über alle Optionen und Alternativen zu beraten und mit Ihnen gemeinsam eine optimale Lösung für Sie und Ihr Auge zu finden.