{"id":2704,"date":"2025-03-09T17:51:35","date_gmt":"2025-03-09T16:51:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.leydolt.at\/?p=2704"},"modified":"2025-03-24T21:02:38","modified_gmt":"2025-03-24T20:02:38","slug":"mix-and-match-kombination-von-kunstlinsen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/mix-and-match-kombination-von-kunstlinsen\/","title":{"rendered":"Kann man bei einer Katarakt-Operation unterschiedliche Kunstlinsen kombinieren? Mix-and-Match von Intraokularlinsen einfach erkl\u00e4rt"},"content":{"rendered":"<p>Viele Menschen, die eine <a href=\"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/grauer-star-katarakt-operation\/\">Kataraktoperation<\/a> oder eine <a href=\"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/alterssichtigkeit\/\">Korrektur der Alterssichtigkeit<\/a> in Erw\u00e4gung ziehen, fragen sich: \u201aKann man bei einer Katarakt-OP unterschiedliche Kunstlinsen kombinieren?\u2018 Die Antwort lautet: Ja! Die sogenannte Mix-and-Match-Methode kombiniert verschiedene Linsentypen, um die bestm\u00f6gliche Sehqualit\u00e4t zu erzielen.<\/p>\n<h3>Was bedeutet Mix-and-Match bei Kunstlinsen?<\/h3>\n<p>Beim <a href=\"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/speziallinsen\/\">Mix-and-Match-Prinzip<\/a> werden in jedes Auge unterschiedliche Intraokularlinsen (IOLs) implantiert. Das Ziel ist, die St\u00e4rken verschiedener Linsentypen zu nutzen und deren m\u00f6gliche Schw\u00e4chen auszugleichen. Dadurch k\u00f6nnen Patient*innen eine m\u00f6glichst umfassende Sehkorrektur in alle Entfernungen erhalten \u2013 von der N\u00e4he \u00fcber den Zwischenbereich bis zur Ferne.<\/p>\n<h3>Typische Kombinationen im Mix-and-Match-Prinzip<\/h3>\n<p>Je nach individuellen Bed\u00fcrfnissen kann man verschiedene Linsenarten kombinieren. Hier sind die g\u00e4ngigsten Mix-and-Match-Strategien:<\/p>\n<ol>\n<li>\n<h4>Multifokale IOL + Monofokale IOL<\/h4>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&#8211; Ein Auge erh\u00e4lt eine multifokale Linse f\u00fcr eine gute Nah- und Fernsicht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&#8211; Das andere Auge bekommt eine monofokale Linse, die auf die Fernsicht optimiert ist.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&#8211; Vorteil: Verbesserte Sehqualit\u00e4t mit weniger Blendung und Halos.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>\n<h4>EDOF-IOL (Extended Depth of Focus) + Multifokale IOL<\/h4>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&#8211; Eine EDOF-Linse erweitert die Tiefensch\u00e4rfe und verbessert das Sehen in Zwischen- und Fernbereichen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&#8211; Die multifokale IOL im anderen Auge sorgt f\u00fcr eine optimierte Nahsicht.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&#8211; Vorteil: Nat\u00fcrlicheres Sehen mit geringeren Nebenwirkungen wie Kontrastverlust.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>\n<h4>Monofokal Plus (Enhanced Monofokale) IOL + Multifokale oder EDOF-IOL<\/h4>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&#8211; Eine Monofokal Plus IOL sorgt f\u00fcr klare Fernsicht mit etwas verbessertem Zwischenbereich.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&#8211; Die andere Linse (multifokal oder EDOF) verbessert zus\u00e4tzlich die Nah- oder Zwischenentfernung.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&#8211; Vorteil: Ausgewogene Sehqualit\u00e4t mit minimalen visuellen St\u00f6rungen.<\/p>\n<h3>Vorteile der Mix-and-Match-Methode<\/h3>\n<p>\u2714 Individuelle Anpassung: Kombinationen werden speziell an die Sehgewohnheiten und W\u00fcnsche der Patienten angepasst.<\/p>\n<p>\u2714 Maximierte Sehqualit\u00e4t: Verschiedene Linsenarten k\u00f6nnen sich erg\u00e4nzen und erm\u00f6glichen eine optimale Sehsch\u00e4rfe.<\/p>\n<p>\u2714 Reduzierte Sehst\u00f6rungen: Blendung, Halos und Kontrastverluste k\u00f6nnen minimiert werden.<\/p>\n<p>\u2714 Flexibilit\u00e4t: Eine gr\u00f6\u00dfere Unabh\u00e4ngigkeit von Brillen f\u00fcr den Alltag.<\/p>\n<h3>Herausforderungen und Anpassungszeit<\/h3>\n<p>Nicht jede*r Patient*in gew\u00f6hnt sich sofort an die unterschiedlichen Seheindr\u00fccke in beiden Augen. Das Gehirn muss lernen, die verschiedenen Bilder zu verarbeiten. Diese Eingew\u00f6hnungsphase kann einige Wochen bis Monate dauern. Eine detaillierte Beratung mit der Augen\u00e4rztin\/dem Augenarzt ist daher entscheidend, um die beste Kombination f\u00fcr die individuellen Bed\u00fcrfnisse zu finden.<\/p>\n<h3>Eigene Forschungsergebnisse zum Mix-and-Match Prinzip:<\/h3>\n<p>In einer prospektiven klinischen Studie, die an der Augenklinik der Medizinischen Universit\u00e4t Wien durchgef\u00fchrt wurde, untersuchten Prof. Leydolt und ihr Team die Kombination einer Monofokal Plus Kunstlinse im dominanten und einer diffraktiven Trifokallinse im nicht-dominanten Auge (1). Ziel war, die Sehqualit\u00e4t \u00fcber verschiedene Distanzen hinweg zu optimieren.<\/p>\n<p>25 Patienten (50 Augen) mit beidseitiger altersbedingter Katarakt nahmen an dieser Studie teil. Untersucht wurden unter anderem Sehsch\u00e4rfe in Fern-, Intermedi\u00e4r- und Nahbereich, Defokuskurve, Halo\/Glare sowie subjektive Zufriedenheit. Die Ergebnisse zeigten, dass die Trifokallinse insbesondere im Nahbereich \u00fcberlegen war, w\u00e4hrend beide Linsentypen eine vergleichbare Leistung in der Ferne und im Zwischenbereich boten. Die meisten Patienten ben\u00f6tigten nach der Operation keine Brille f\u00fcr den mittleren Sehbereich (85 %) oder nur selten f\u00fcr Nahaufgaben (38 % gelegentlich, 54 % nie). Zudem waren photische Ph\u00e4nomene wie Halos oder Blendungen nur minimal ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die Studie best\u00e4tigt, dass die Mix-and-Match-Strategie mit einer Kombination aus Monofokal Plus- und Trifokallinsen eine hohe Sehqualit\u00e4t \u00fcber alle Distanzen erm\u00f6glicht. W\u00e4hrend die Monofokal Plus-Linse f\u00fcr eine verbesserte Fern- und Zwischenleistung sorgt, erg\u00e4nzt die Trifokallinse die Nahsicht. Die Patientenzufriedenheit war insgesamt hoch (77 % sehr zufrieden), und photische Nebenwirkungen traten nur in geringem Ma\u00dfe auf. Fr\u00fchere Untersuchungen zeigten \u00e4hnliche Ergebnisse, insbesondere in Bezug auf die verbesserte Tiefensch\u00e4rfe durch Monofokal Plus oder EDOF-Linsen und die h\u00f6here Nahsehsch\u00e4rfe von Trifokallinsen. Insgesamt zeigt die Studie, dass das Mix-and-Match-Prinzip eine vielversprechende Alternative zur bilateralen Implantation einer einzigen Linsenart darstellt und eine individuell angepasste Sehkorrektur erm\u00f6glicht.<\/p>\n<h3>Ist Mix-and-Match f\u00fcr mich geeignet?<\/h3>\n<p>Wenn Sie eine m\u00f6glichst breite Sehqualit\u00e4t nach einer Katarakt-Operation oder zur Korrektur der Alterssichtigkeit w\u00fcnschen, k\u00f6nnte das Mix-and-Match-Prinzip eine ideale L\u00f6sung sein. Eine umfassende Untersuchung und Beratung durch eine erfahrene Augen\u00e4rztin oder einen erfahrenen Augenarzt hilft dabei, die optimale Kombination zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/37524833\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>(1) Danzinger V, Schartm\u00fcller D, Schwarzenbacher L, R\u00f6ggla V, Abela-Formanek C, Menapace R, Leydolt C. Clinical prospective intra-individual comparison after mix-and-match implantation of a monofocal EDOF and a diffractive trifocal IOL.<\/em><\/a><br \/>\n<em>Eye (Lond). 2024 Feb;38(2):321-327<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Menschen, die eine Kataraktoperation oder eine Korrektur der Alterssichtigkeit [&hellip;]<\/p>","protected":false},"author":4,"featured_media":2705,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22,20],"tags":[],"class_list":["post-2704","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-alterssichtigkeit","category-graue-star-operation"],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/www.leydolt.at\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Mix-and-Match-von-Kunstlinsen-scaled.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2704"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2704\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2719,"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2704\/revisions\/2719"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2705"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.leydolt.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}