Eine unabhängige Beratung erkennen Sie daran, dass mehrere Linsentypen unterschiedlicher Hersteller tatsächlich zum Einsatz kommen und die Empfehlung sich nach Ihren Augen richtet, nicht nach einem einzelnen Produktkatalog. Ebenso wichtig: eine offene Aufklärung über mögliche Nachteile, nicht nur über Vorteile.
Konkrete Anhaltspunkte sind zum Beispiel, ob die Ärztin oder der Arzt bereit ist, auch von einer Premiumlinse abzuraten, wenn die Augen dafür nicht optimal geeignet sind, etwa bei bestimmten Hornhautbefunden oder Netzhauterkrankungen, und stattdessen zu einer einfacheren, günstigeren Monofokallinse rät. Auch Nebenwirkungen wie Halos oder ein verändertes Kontrastsehen bei Multifokallinsen sollten von sich aus angesprochen werden, nicht erst auf Nachfrage. Ein weiteres Signal ist sichtbare eigene wissenschaftliche Tätigkeit, etwa Studienbeteiligung oder Publikationen, statt reiner Verkaufssprache mit Superlativen wie „die beste Linse“. Auch die österreichische Werberichtlinie der Ärztekammer verlangt eine sachliche, nicht irreführende Aufklärung statt Verkaufssprache; ein Gespräch, das diesem Anspruch gerecht wird, ist ein gutes Zeichen. Und schließlich: ausreichend Zeit für das Gespräch, ohne Dringlichkeitssprache oder Termindruck. In Kombination geben diese Punkte einen guten Eindruck davon, ob eine Empfehlung wirklich zu Ihren Augen passt oder eher zu einem Produkt.