Ja, in sehr seltenen Fällen kann sich das Material der Kunstlinse selbst eintrüben – das nennt man Kalzifikation. Das ist jedoch deutlich seltener und ein anderes Phänomen als der viel häufigere Nachstar, der nicht die Linse, sondern die Augenkapsel betrifft. Bei der Kalzifikation lagern sich über Jahre feine Kalziumkristalle im Material der Linse ab, was zu einer echten optischen Trübung des Kunstlinsenkörpers selbst führt. Beschrieben wurde dieses Phänomen vor allem bei bestimmten älteren, heute kaum noch verwendeten hydrophilen Acryl-Materialien, teils begünstigt durch bestimmte Vorerkrankungen wie eine Diabetes-bedingte Netzhauterkrankung oder vorangegangene Eingriffe am Auge. Bei den heute gängigen hydrophoben Acryl-Materialien tritt eine solche Materialtrübung nur sehr selten auf. Weil ich bei der Linsenwahl keinem einzelnen Hersteller verpflichtet bin, kann ich gezielt Materialien mit einer langen, gut dokumentierten klinischen Erfahrung auswählen. Zeigt sich dennoch eine Trübung, kann in der Regel nur ein Linsenaustausch das Problem beheben – anders als beim Nachstar, der sich mit einem einfachen Laser behandeln lässt.