Ja, das ist medizinisch etabliert und wird in meiner Praxis regelmäßig angewendet. Bei rund 1.000 Linsenoperationen pro Jahr gehört die Kombination zweier unterschiedlicher Kunstlinsen zu den Optionen, die ich bei entsprechender Eignung anbiete.
Technisch spricht nichts dagegen, beide Augen unabhängig voneinander zu planen: Jedes Auge wird separat vermessen und die jeweilige Linse individuell berechnet. Der Unterschied zur Standardvorgehensweise – beidseits derselbe Linsentyp – liegt allein in der bewussten Entscheidung, zwei unterschiedliche Sehbereich-Kategorien zu kombinieren, etwa eine EDOF-Linse (extended depth of focus, erweiterte Schärfentiefe) mit einer Multifokallinse (meist trifokal).
Ob diese Kombination für Sie sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab: von der Anatomie und Gesundheit beider Augen, von Ihrer Bereitschaft, sich an zwei unterschiedliche Seheindrücke zu gewöhnen, und von Ihren Erwartungen an das Sehen ohne Brille. In meiner eigenen Studie zu dieser Fragestellung, veröffentlicht im Fachjournal Eye, zeigte sich bei den meisten Teilnehmer*innen eine gute Verträglichkeit: 85 % kamen im Zwischenbereich ohne Brille aus, photische Nebenwirkungen wie Halos waren nur gering ausgeprägt. Die endgültige Entscheidung treffe ich gemeinsam mit Ihnen erst nach der augenärztlichen Voruntersuchung.