Ja, für Bildschirmarbeit sind EDOF-Linsen gut geeignet: Der scharfe Bereich reicht von der Ferne bis etwa Armlänge, also genau die Distanz von Laptop, Desktop-Monitor oder Tablet – meist ohne Brille.
Die Linsenkategorie „EDOF“ steht für „Extended Depth of Focus“: Nach der ESCRS-Systematik liegt die Schärfentiefe hier zwischen 1,58 und unter 2,3 Dioptrien. Für sehr kleine Schrift, etwa Beipackzettel oder Kleingedrucktes, wird trotzdem meist eine Lesebrille benötigt, weil der Nahbereich unter Armlänge nicht vollständig abgedeckt ist.
Ob die Wahl auf eine refraktive oder eine diffraktive EDOF-Linse fällt, wirkt sich zusätzlich auf das Ergebnis aus: Refraktive Varianten sind tendenziell weniger pupillenabhängig, diffraktive robuster gegenüber einer Dezentrierung im Auge – ein pauschales „die eine ist besser“ gibt es hier nicht. Gemeinsam ist beiden Varianten, dass gelegentliche Lichthöfe bei Dunkelheit möglich sind, etwa bei Nachtfahrten mit Gegenverkehr. Für Menschen, die beruflich stundenlang am Bildschirm sitzen und selten nachts fahren, ist das in der Regel ein guter Kompromiss.