Ja, aber deutlich seltener und schwächer als bei EDOF- oder Multifokallinsen: Weil eine Monofokal-Plus-Linse das Licht nicht auf mehrere Brennpunkte verteilt, sondern nur die vorhandene Schärfentiefe geringfügig erweitert, bleibt das Halo-Risiko nahe an dem einer Standard-Monofokallinse.
Halos und Blendung entstehen grundsätzlich dann, wenn Licht bewusst aufgeteilt wird, um mehr als eine Entfernung scharf abzubilden – das betrifft EDOF-Linsen und vor allem Multifokallinsen deutlich stärker. Bei der Monofokal-Plus-Linse findet diese Aufteilung nicht in vergleichbarem Ausmaß statt, weshalb sie in dieser Hinsicht näher an einer klassischen Monofokallinse liegt als an einer echten Speziallinse mit mehreren Brennpunkten.
Völlig ausschließen lässt sich eine gewisse Blendempfindlichkeit bei keiner Kunstlinse, auch nicht bei der Standard Monofokallinse. Relevant für das tatsächliche Risiko sind außerdem die Pupillengröße bei Dunkelheit und die Hornhautqualität – beides prüfe ich vor jeder Empfehlung. Bei sehr großen Pupillen oder unregelmäßiger Hornhaut rate ich unabhängig vom Linsentyp zur Vorsicht bei allen Speziallinsen.