Bei den meisten Patient*innen werden Halos innerhalb von drei bis sechs Monaten deutlich weniger störend, bei manchen dauert es bis zu einem Jahr. Physikalisch verschwindet der Lichthof nicht: Die Linse teilt das Licht unverändert auf. Was sich ändert, ist die Verarbeitung im Gehirn: Es lernt, das unscharfe Nebenbild auszublenden. Dieser Vorgang heißt Neuroadaptation.
Unterstützen lässt sich das, indem Sie in den ersten Wochen bewusst auch bei Dämmerung unterwegs sind: Vermeidung verlangsamt die Anpassung.
Zwei Dinge sage ich dabei offen: Erstens dauert Neuroadaptation Monate, nicht Tage — die ersten Wochen sind kein Maßstab für das Endergebnis. Zweitens bleibt bei einem kleinen Teil der Patient*innen eine spürbare Störung, die sich auch nach einem Jahr nicht wesentlich ändert. Deshalb muss die Entscheidung für eine EDOF- oder Multifokalinse vorher gut überlegt sein und nicht auf die Hoffnung bauen, dass sich alles von selbst gibt.
Nehmen Halos nach einer beschwerdefreien Phase wieder zu, liegt meist ein Nachstar oder ein trockenes Auge vor — beides ist gut behandelbar.