In den meisten Fällen lässt sich etwas tun, und zwar in dieser Reihenfolge: erst die Ursachen, die nichts mit dem Linsentyp zu tun haben, dann optische Hilfen, zuletzt ein Eingriff an der Linse. Ein Linsenaustausch ist die Ausnahme, nicht der erste Schritt.

Zuerst prüfe ich Restfehlsichtigkeit samt Hornhautverkrümmung, den Tränenfilm und die hintere Kapsel. Eine unkorrigierte Zylinderstärke von 0,75 Dioptrien kann Halos merklich verstärken; eine konsequente Therapie trockener Augen verändert das Bild oft deutlich. Liegt ein Nachstar (hintere Kapseltrübung) vor, lässt er sich ambulant mit dem YAG-Laser behandeln; das verbessert häufig Blendung und Kontrast gleichzeitig.

Bleibt danach eine Störung, hilft vielen eine Brille speziell für Nachtfahrten, die die Ferne exakt auskorrigiert. Pupillenverengende Augentropfen reduzieren Halos vorübergehend, sind aber eine Behelfslösung.

Erst wenn all das ausgeschöpft ist und der Alltag wirklich eingeschränkt bleibt, spreche ich über einen Linsenaustausch. Er gelingt am besten in den ersten Monaten, solange die Linse nicht fest in der Kapsel eingewachsen ist. Nach einer YAG-Behandlung wird er aufwendiger und risikoreicher — ein Grund, die Reihenfolge nicht umzustellen.