Eine Monofokal-Plus-Linse ist meist die bessere Wahl, wenn Ihnen kontrastreiches, möglichst nebenwirkungsarmes Sehen wichtiger ist als größtmögliche Brillenfreiheit im Zwischenbereich – etwa bei viel nächtlichem Autofahren oder wenn Sie beruflich auf maximale Kontrastschärfe angewiesen sind. Sie erweitert die Schärfentiefe gegenüber einer Standard-Monofokallinse nur leicht, ohne dass Licht auf mehrere Brennpunkte aufgeteilt wird. Dadurch bleibt das Nebenwirkungsprofil dem einer klassischen Monofokallinse sehr ähnlich – das zeigt auch unsere intraindividuelle Vergleichsstudie zur asphärischen Standardlinse derselben Plattform (Am J Ophthalmol 2024) in der wir keinen Unterschied im Kontrastsehen (Ferne und Nähe) zu der monofokalen Standardlinse gezeigt haben.
Für Patient*innen, die häufig am Bildschirm arbeiten oder im Alltag mehr Unabhängigkeit von der Lesebrille wünschen, ist dagegen eine EDOF-Linse meist die passendere Wahl, auch wenn dafür gelegentliche leichte Lichthöfe in Kauf genommen werden müssen. Auch Hornhautoberfläche, Pupillengröße und eventuelle Begleiterkrankungen wie trockene Augen spielen in die Empfehlung hinein – deshalb erfolgt die endgültige Wahl erst nach der augenärztlichen Untersuchung, nicht allein nach dem geäußerten Wunsch.