Eine EDOF-Linse (Extended Depth of Focus, erweiterte Schärfentiefe) gehört zur Kategorie mit erweitertem Sehbereich: Sie bildet die Ferne bis etwa Armlänge scharf ab – also Bildschirmarbeit, Kochen oder das Armaturenbrett beim Autofahren –, ohne dass dafür eine Brille nötig ist. Für sehr kleine Schrift bleibt in der Regel eine Lesebrille erforderlich. Fachlich wird die EDOF-Linse über die sogenannte Defokuskurve eingeordnet: Sie erreicht eine erweiterte Schärfentiefe von rund 1,58 bis unter 2,3 Dioptrien (ESCRS Functional Vision Working Group, Journal of Cataract & Refractive Surgery 2024 und 2026). Das unterscheidet sie sowohl von der Monofokal-Plus-Linse, die nur eine leicht erweiterte Schärfentiefe erreicht, als auch von Multifokallinsen, die einen vollen Sehbereich abdecken. Wie eine EDOF-Linse ihre Wirkung technisch erzeugt – refraktiv oder diffraktiv –, ist keine feste Eigenschaft der Kategorie: Beide Prinzipien kommen bei EDOF-Linsen vor, mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen bei Lichthöfen und Kontrastsehen. Bei stärkerer Hornhautverkrümmung lässt sich jede EDOF-Linse zusätzlich torisch einsetzen. Ob eine EDOF-Linse für Sie infrage kommt, hängt neben Ihren Sehgewohnheiten auch von der Hornhautoberfläche, der Pupillengröße und eventuellen Begleiterkrankungen ab – das prüfe ich vor jeder Empfehlung individuell.