Eine trifokale Linse gehört zur Kategorie mit vollem Sehbereich: Sie teilt das einfallende Licht diffraktiv – über eine mikroskopische Ringstruktur auf der Linsenoberfläche – gleichzeitig auf drei Brennpunkte auf: Ferne, Zwischenbereich und Nähe. Ziel ist eine weitgehende Brillenfreiheit auf allen Distanzen. Trifokale Linsen sind die häufigste Bauform innerhalb der Kategorie mit vollem Sehbereich, die umgangssprachlich oft nur „Multifokallinse“ genannt wird. Weil das Licht auf drei statt auf einen Brennpunkt verteilt wird, steht anders als bei einer Monofokallinse nie die volle Lichtmenge für einen einzigen Fokus zur Verfügung – daraus können sich Lichthöfe (Halos) und Blendung, vor allem beim nächtlichen Autofahren, sowie ein leicht reduziertes Kontrastsehen ergeben. Bei den meisten Patient*innen gewöhnt sich das Gehirn innerhalb einiger Monate daran (Neuroadaptation), bei manchen bleiben die Effekte spürbar. Trifokale Linsen lassen sich mit einer torischen Zusatzfunktion kombinieren, wenn zusätzlich eine Hornhautverkrümmung vorliegt.
Was ist eine trifokale Linse?
About the Author: Christina Leydolt
Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Christina Leydolt ist Fachärztin für Augenheilkunde in Wien mit Spezialisierung auf Kataraktchirurgie (Grauer Star), Kunstlinsen-Implantation und refraktiven Linsentausch. Sie leitet die Vienna IOL Study Group, forscht aktiv im Bereich Premiumlinsen (torische, multifokale, EDOF- und Monofokal Plus-Linsen) und veröffentlicht regelmäßig Fachpublikationen in internationalen wissenschaftlichen Journalen. In ihrer Ordination am Opernring berät sie individuell zu Monofokal-, EDOF-, Multifokal- und torischen Linsen mit dem Ziel, bestmögliches Sehen und ein weitgehend Brillen-unabhängiges Leben zu ermöglichen. In ihren Blogbeiträgen erklärt sie aktuelle Entwicklungen in der Augenheilkunde verständlich und wissenschaftlich fundiert. Mehr über Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Christina Leydolt und ihre Kunstlinsen-Forschung erfahren Sie hier.