Halos sind ringförmige Lichthöfe, die man vor allem nachts um punktförmige Lichtquellen sieht: Straßenlaternen, Scheinwerfer, Ampeln. Sie entstehen, weil eine Kunstlinse mit mehr als einem Brennpunkt das Licht aufteilt: Der Anteil, der nicht zum gerade genutzten Brennpunkt gehört, legt sich als unscharfer Lichtkranz über das scharfe Bild.

Fachlich zählen Halos zu den positiven Dysphotopsien. Davon zu unterscheiden sind Blendung (Glare), bei der eine Lichtquelle flächig überstrahlt, sternförmige Strahlen (Starbursts) und die negative Dysphotopsie, ein dunkler Schatten im äußeren Gesichtsfeld.

Wichtig: Lichthöfe sind kein reines Kunstlinsen-Phänomen. Auch Augen mit natürlicher Linse zeigen sie, und ein beginnender Grauer Star blendet meist deutlich stärker als jede Speziallinse. Viele Patient*innen empfinden das Nachtsehen nach der Operation trotz Halos als besser als vorher.

Am deutlichsten sind Halos in den ersten Wochen, wenn das Gehirn das neue Bild noch nicht verarbeitet hat. Bei EDOF- und Multifokallinsen treten sie häufiger auf als bei Monofokal- und Monofokal-Plus-Linsen — sie sind der Preis dafür, dass mehrere Entfernungen ohne Brille scharf sind.