Ja, eine Hornhautverkrümmung lässt sich auch ohne torische Linse korrigieren, etwa durch kleine limbale oder bogenförmige Einschnitte in die Hornhaut, die während der Grauer-Star-Operation gesetzt werden, manuell oder mit dem Femtosekundenlaser. Diese Methode eignet sich vor allem für geringe bis mittlere Astigmatismus-Werte.

In einer Studie meiner Forschungsgruppe zu Femtosekundenlaser-gestützten arkuaten Einschnitten bei niedrigem bis mittlerem Hornhautastigmatismus wurde die Wirksamkeit dieser Alternative über ein Jahr nachverfolgt (Schwarzenbacher, Schartmüller, Röggla, Meyer, Leydolt, Menapace, Am J Ophthalmol 2021;224:53-65).

Bei stärkerer Verkrümmung oder bei gleichzeitiger Wahl einer Speziallinse ist die torische Zusatzfunktion der Linse selbst jedoch meist die präzisere und stabilere Lösung, weil sie nicht von der individuellen Wundheilung eines zusätzlichen Hornhautschnitts abhängt und ihre Wirkung nicht mit der Zeit nachlässt. Auch eine Brille oder Kontaktlinse nach der Operation kann einen verbliebenen Restastigmatismus ausgleichen, ist aber keine dauerhafte chirurgische Lösung. Welcher Weg für Sie sinnvoll ist, bespreche ich in der Voruntersuchung anhand der gemessenen Werte und der geplanten Linse.