Drei Fragen helfen den meisten Patient*innen, ihre eigenen Prioritäten vor dem Beratungsgespräch zu klären: Wie wichtig ist Ihnen Lesen ohne Brille wirklich? Für welche Distanz würden Sie im Zweifel doch eine Brille aufsetzen? Und wie stehen Sie grundsätzlich zu möglichen optischen Nebenwirkungen wie Lichthöfen oder Blendung bei Nacht?
Ergänzend lohnt sich ein Blick auf den eigenen Alltag: Wie viel Zeit verbringen Sie am Bildschirm, wie oft fahren Sie – auch nachts – Auto, wie wichtig ist Ihnen Kontrastsehen gegenüber Brillenfreiheit? Diese Antworten geben bereits einen ersten Anhaltspunkt, welcher Linsentyp für Sie infrage kommen könnte.
Diese Selbsteinschätzung ersetzt aber nicht die augenärztliche Untersuchung: Ob eine gewünschte Speziallinse tatsächlich sinnvoll ist, hängt zusätzlich von der Hornhaut, der Pupillengröße und möglichen Begleiterkrankungen ab. Ich empfehle, sich vor dem Gespräch nicht auf einen bestimmten Linsentyp festzulegen, sondern die eigenen Prioritäten offen zu benennen – daraus entwickeln wir gemeinsam die passende Empfehlung, statt von einem vorgefertigten Wunsch auszugehen, der medizinisch am Ende nicht haltbar ist.