Die Linsenwahl ist eine gemeinsame Entscheidung: Sie bringen Ihre Sehgewohnheiten und Wünsche ein, ich prüfe, welche Optionen medizinisch sinnvoll sind. Beide Seiten sind nötig – der Wunsch allein reicht nicht, wenn die Augengesundheit dagegenspricht.
Vor jeder Empfehlung untersuche ich genau Ihre Hornhaut (Oberfläche, Unregelmäßigkeiten, Rückfläche), die Pupillengröße unter verschiedenen Lichtbedingungen und mögliche Begleiterkrankungen wie Makulaveränderungen, Glaukom oder ausgeprägt trockene Augen. Diese Befunde setzen objektive Grenzen, unabhängig davon, welche Linse sich die Patientin oder der Patient wünscht: Zeigt die Untersuchung beispielsweise, dass eine Multifokallinse aufgrund einer Netzhaut- oder Hornhautbesonderheit nicht sinnvoll ist, spreche ich das offen an, auch wenn der ursprüngliche Wunsch in eine andere Richtung ging.
Am Ende treffen Sie die Entscheidung – aber informiert über alle vier Merkmale (Sehbereich, optisches Prinzip, torische Zusatzfunktion, Planung beider Augen) und deren jeweilige Vor- und Nachteile, nicht auf Basis eines Werbeversprechens. Diese Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern ist mir in über 25 Jahren Forschung an der Vienna IOL Study Group besonders wichtig geblieben.