Eine offizielle Mindestzahl gibt es nicht, doch eine hohe chirurgische Erfahrung gilt allgemein als ein Faktor für gleichbleibend gute Ergebnisse und einen sicheren Umgang mit Komplikationen. Ich selbst führe rund 1.000 Linsenoperationen pro Jahr durch.

Wichtiger als eine reine Zahl ist jedoch die Kombination aus praktischer Erfahrung und wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Thema: Wer viele Operationen durchführt und zugleich aktiv an der Weiterentwicklung von Linsen und OP-Verfahren forscht und regelmäßig publiziert, bringt in der Regel ein tieferes Verständnis für die Vor- und Nachteile einzelner Linsentypen mit. So fließen beispielsweise Erkenntnisse aus eigenen Studien zu Rotationsstabilität torischer Linsen, Nachstar-Prophylaxe oder dem Vergleich verschiedener Linsentypen direkt in die tägliche Beratung ein, nicht nur die reine Fallzahl. Auch organisatorische Rahmenbedingungen wie ein eigener, moderner Operationssaal können ein Hinweis auf Routine und Erfahrung sein. Die Fallzahl allein ist damit ein sinnvoller, aber nicht der einzige Anhaltspunkt, fragen Sie ruhig direkt danach, sie ist ein legitimer und üblicher Teil eines Beratungsgesprächs.