Ab einem Hornhautastigmatismus von etwa 1,0 Dioptrie wird eine torische Linse in der Regel sinnvoll, weil sich die Verkrümmung ab dieser Größenordnung spürbar auf die unkorrigierte Sehschärfe auswirkt. In meiner Praxis ist das die Grenze, ab der ich eine torische Linse standardmäßig einplane.

Der genaue Schwellenwert ist jedoch kein starres Gesetz, sondern hängt auch vom gewählten Linsentyp ab: Bei einer Speziallinse mit erweitertem oder vollem Sehbereich (EDOF- oder Multifokallinse) wirkt sich bereits ein geringerer Astigmatismus stärker auf die Bildqualität aus als bei einer einfachen Monofokallinse, weil das Licht dort ohnehin schon auf mehrere Brennpunkte verteilt wird. Deshalb prüfe ich bei der Wahl einer Speziallinse die Astigmatismus-Grenze etwas strenger.

Unterhalb von 1,0 Dioptrie ist eine torische Linse meist keine zwingende Notwendigkeit, kann aber im Einzelfall trotzdem sinnvoll sein, etwa wenn besonders hohe Ansprüche an die Sehschärfe bestehen. Für geringe Verkrümmungen gibt es zudem Alternativen zur torischen Linse selbst, etwa kleine Einschnitte in die Hornhaut während der Operation. Welcher Weg für Sie passt, entscheidet sich anhand der präoperativen Messwerte in der Voruntersuchung.