Nein, an der behandelten Stelle kommt ein Nachstar nicht zurück. Die Öffnung, die der YAG-Laser in die hintere Kapsel setzt, bleibt dauerhaft bestehen — Kapselgewebe wächst dort nicht nach. Eine zweite Laserbehandlung desselben Auges ist deshalb die Ausnahme und nicht die Regel.
Es gibt zwei Konstellationen, in denen doch nachbehandelt wird. Erstens, wenn die Öffnung sehr klein angelegt wurde und die Pupille sich bei Dunkelheit weiter öffnet als die Kapselöffnung — dann kann beim Nachtfahren wieder Streulicht entstehen. Zweitens können am Rand weiterhin Zellnester (Elschnig-Perlen) wachsen; solange sie außerhalb der Sehachse bleiben, stören sie nicht und werden auch nicht behandelt.
Wichtiger ist in der Praxis eine andere Unterscheidung: Wenn das Sehen nach einer anfänglichen Besserung erneut nachlässt, steckt meist nicht die Kapsel dahinter, sondern eine andere Ursache — eine veränderte Brillenstärke, trockene Augen, eine Veränderung der Netzhautmitte oder der Hornhaut. Deshalb wird bei erneuter Verschlechterung nicht automatisch ein zweites Mal gelasert, sondern zuerst untersucht. Bei plötzlicher Verschlechterung, Lichtblitzen oder einem dunklen Vorhang im Gesichtsfeld gehört das Auge noch am selben Tag kontrolliert.