Vollständig verhindern lässt sich ein Nachstar nicht, seine Wahrscheinlichkeit aber deutlich senken. Die beiden wirksamsten Faktoren liegen beide bei der Operation selbst: das Design der Kunstlinse (scharfe hintere Optikkante, Material und Oberfläche) und die Operationstechnik, insbesondere die gründliche Reinigung des Kapselsacks und eine Kapselöffnung, die den Linsenrand rundum überlappt.
Wie viel das ausmacht, untersuchen wir in Wien an der Medizinischen Universität seit über zwei Jahrzehnten. In unserer randomisierten Drei-Jahres-Studie unterschieden sich zwei sonst sehr ähnliche Linsen allein durch Material, Oberfläche und Kantendesign — mit einem signifikanten Unterschied im objektiv gemessenen Trübungsgrad und Laserraten von 7,5 gegenüber 9,0 Prozent (Journal of Cataract & Refractive Surgery, 2024). In einer früheren Studie derselben Bauart betrug der Abstand 11,4 gegenüber 18,6 Prozent.
Was Sie selbst nach der Operation tun können, ist dagegen begrenzt: Für Augentropfen, Nahrungsergänzungsmittel oder besondere Schonung gibt es keinen belegten Effekt auf die Kapseltrübung. Sinnvoll ist, bekannte Risikofaktoren im Blick zu behalten — ein gut eingestellter Diabetes und die konsequente Behandlung von Entzündungen im Auge zählen dazu — und die vereinbarten Kontrolltermine wahrzunehmen. Fragen Sie im Beratungsgespräch ruhig nach, welche Linse verwendet wird und welche Daten es zu deren Nachstar-Verhalten gibt.