Manchmal kann sich eine torische Kunstlinse, obwohl sie während der Operation exakt ausgerichtet wurde, nach der Operation im Auge drehen. Diese Achsendrehung führt zu einer unzureichenden oder fehlerhaften Korrektur des Astigmatismus und macht sich meist als leicht verschwommenes oder schräg verzerrtes Sehen bemerkbar. Eine relevante Rotation ist bei modernen torischen Linsen seltener geworden, aber nicht ausgeschlossen. Bereits eine Verdrehung um wenige Grad kann die Korrekturwirkung messbar verringern, weshalb Rotationsstabilität ein zentraler Qualitätsfaktor bei der Linsenwahl ist.
In einer vorangegangenen Untersuchung meiner Forschungsgruppe zu einer torischen Linse aus hydrophobem Acrylmaterial lag die mittlere Rotation beispielsweise bei unter 1,4 Grad, gemessen sechs Monate nach der Operation. Nur 2 von 126 untersuchten Augen zeigten eine Rotation von mehr als 5 Grad, keines davon musste deshalb operativ nachjustiert werden (Schartmüller, Lisy, Leydolt et al., Eye and Vision 2024). Solche Daten aus eigener klinischer Forschung sind der Grund, warum ich zur Rotationsstabilität konkrete Zahlen nennen kann, statt allgemeine Werbeaussagen zu treffen.