Ein Nachstar ist eine Trübung der hinteren Linsenkapsel (posterior capsule opacification, PCO) hinter der eingesetzten Kunstlinse. Er ist kein neuer Grauer Star: Die körpereigene Linse wurde bei der Operation entfernt und kann nicht nachwachsen. Getrübt ist ausschließlich die hauchdünne Kapsel, die als Halterung für die Kunstlinse im Auge verbleibt.

Diese Kapsel bleibt bewusst erhalten, weil sie die Kunstlinse dauerhaft in der richtigen Position hält. An ihrem Rand verbleiben nach jeder Operation einige Linsenepithelzellen. Sie lassen sich chirurgisch nicht restlos entfernen und teilen sich weiter. Wandern sie hinter die Kunstlinse, streuen sie dort das Licht. Unterschieden werden zwei Formen: die regeneratorische mit blasigen Zellnestern (Elschnig-Perlen) und die fibrotische, bei der sich die Kapsel verdichtet und Falten bildet.

Bemerkbar macht sich das wie ein wiederkehrender Grauer Star: über Wochen bis Monate zunehmende Unschärfe, blassere Farben, stärkere Blendung bei Nachtfahrten. Typischerweise tritt ein Nachstar zwischen einem halben Jahr und fünf Jahren nach dem Eingriff auf. Er gilt nicht als Operationsfehler, sondern als biologische Reaktion des Auges, und er lässt sich mit einer wenige Minuten dauernden Laserbehandlung beheben.