Mit modernen Kunstlinsen benötigen innerhalb von drei Jahren rund fünf bis zehn Prozent der operierten Augen eine Laserbehandlung. In unserer randomisierten Drei-Jahres-Studie an 100 Patientinnen und Patienten lagen die beiden verglichenen Linsen bei 7,5 und 9,0 Prozent (Journal of Cataract & Refractive Surgery, 2024).

Diese Zahlen sind deutlich niedriger als früher. In einer eigenen Untersuchung nach demselben Prinzip — jeweils ein Linsenmodell pro Auge derselben Person — lagen die Raten nach drei Jahren noch bei 11,4 und 18,6 Prozent. Ältere Linsengenerationen ohne scharfe hintere Optikkante kamen innerhalb von fünf Jahren auf deutlich höhere Werte. Verantwortlich für den Rückgang sind Kantendesign, Material und Oberflächenbeschaffenheit der Kunstlinse.

Zwei Einschränkungen sind mir wichtig. Erstens hängt die Häufigkeit von Begleitfaktoren ab: Bei jüngeren Operierten, bei Diabetes mellitus und nach Entzündungen im Augeninneren entsteht ein Nachstar früher und häufiger. Zweitens ist die Laserrate keine rein biologische Messgröße, sondern auch eine Entscheidung. Sie hängt davon ab, ab welchem Beschwerdegrad behandelt wird. Deshalb messen wir in unseren Studien zusätzlich den Trübungsgrad objektiv mit einer Bildanalyse-Software und verlassen uns nicht allein auf die Zahl der Laserbehandlungen.