Was kostet die Grauer-Star-Operation in Österreich?

Diese Frage nach den Grauer-Star-Operation Kosten in Österreich lässt sich nicht mit einer einzelnen Zahl beantworten – dafür ist das Thema zu differenziert. Entscheidend ist zunächst, ob Sie in einem öffentlichen Krankenhaus als gesetzlich versicherte Person operiert werden, oder ob Sie sich Ihre Operateurin oder Ihren Operateur frei aussuchen möchten. Für Letzteres braucht es entweder eine Privatversicherung, eine private Zusatzversicherung oder die Bereitschaft, als Selbstzahlerin oder Selbstzahler in Vorleistung zu gehen.

In diesem Artikel erkläre ich beide Wege, warum die freie Arztwahl im öffentlichen System eingeschränkt ist, wie die Kostenerstattung in der Praxis funktioniert – und was ich als Wahl- bzw. Privatärztin konkret anbiete.

Weg 1: Operation im öffentlichen Krankenhaus

Als gesetzlich versicherte Person (ÖGK, BVAEB und andere) werden Sie von Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt zur Grauen Star Operation ins Krankenhaus überwiesen. Dort erhalten Sie in der Regel eine monofokale Standardlinse, die Kosten für die OP und die Linse werden von Ihrer Krankenkassa übernommen. In manchen Krankenhäusern wird je nach Möglichkeit und/oder Stärke einer eventuell vorhandenen Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) auch eine torische Linse im Rahmen der Kassenleistung eingesetzt – das ist jedoch nicht überall und nicht in jedem Fall garantiert.

Wichtig zu wissen: In der allgemeinen Gebührenklasse eines öffentlichen Krankenhauses besteht kein gesetzliches Recht auf freie Arztwahl oder auf die Zusage einer bestimmten Operateurin bzw. eines bestimmten Operateurs. Die Behandlung erfolgt durch das jeweils diensthabende Ärzteteam; der Krankenhausträger ist für die medizinische Versorgung verantwortlich, nicht eine bestimmte Person.

Weg 2: Freie Arztwahl – mit Privat-, Zusatzversicherung oder als Selbstzahler*in

Wer sich die Operateurin oder den Operateur bewusst aussuchen möchte, braucht entweder eine private Zusatzversicherung (Behandlung auf Sonderklasse im Krankenhaus oder in einem Belegspital bzw. Privatspital) oder finanziert die Operation privat als Selbstzahler. Wichtig für die Linsenkosten: Monofokale und torische Standardlinsen sind auch in Belegspitälern im regulären Tarif enthalten – hierfür entstehen keine separaten Kosten. Speziallinsen wie Monofokal-Plus-, EDOF- oder Multifokallinsen müssen dagegen in jedem Fall selbst bezahlt werden. Die Kosten dafür liegen schätzungsweise zwischen rund 300 und 1.000 Euro pro Auge, abhängig vom konkreten Linsenmodell und davon, ob zusätzlich eine torische Korrektur nötig ist. Patient*innen, die ihre Kataraktoperation privat bezahlen (Selbstzahler*innen), müssen mit Kosten von etwa 3.000 bis 4.000 Euro pro Auge rechnen, auch hier abhängig vom Linsenmodell.

Wie das bei mir konkret abläuft

Ich bin als Wahl- bzw. Privatärztin tätig und kann daher ausschließlich Patient*innen mit privater Zusatzversicherung oder Selbstzahler*innen operieren. Die Operation des Grauen Stars führe ich in der Privatklinik Confraternität & Goldenes Kreuz oder in einem privaten OP durch. Je nachdem, welches Modell für Sie zutrifft, läuft die Kostenabwicklung unterschiedlich ab:

Modelle für Zusatzversicherte:

Modell Kostenablauf
OP im Privatspital mit Standardlinse (monofokal oder torisch) Direktverrechnung mit Ihrer Privatversicherung – keine zusätzlichen Kosten
OP im Privatspital mit Speziallinse (Monofokal Plus, EDOF oder Multifokallinse – auch torisch) Direktverrechnung mit Ihrer Privatversicherung für die OP – die Speziallinse muss selbst gezahlt werden
OP im privaten OP mit Standardlinse Sie zahlen zunächst selbst und reichen die Rechnung danach bei Ihrer Privatversicherung ein – je nach Vertrag werden die Kosten fast zur Gänze übernommen
OP im privaten OP mit Speziallinse Sie zahlen zunächst selbst und reichen danach bei Ihrer Privatversicherung ein – die OP wird je nach Vertrag fast zur Gänze übernommen, die Speziallinse muss selbst gezahlt werden

Modelle für Selbstzahler*innen:

Modell Kostenablauf
OP im privaten OP mit Standardlinse Sie zahlen zunächst selbst und reichen die Rechnung danach bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein – ein Teil der Kosten wird erstattet
OP im privaten OP mit Speziallinse Sie zahlen zunächst selbst und reichen danach ein – ein Teil der OP-Kosten wird erstattet, die Speziallinse muss selbst gezahlt werden

Was bedeutet das für die Kostenerstattung?

Für Zusatzversicherte erfolgt die Erstattung meist direkt über die private Versicherung – entweder als Direktverrechnung (bei einer OP im Privatspital) oder durch Einreichen der Rechnung nach der Operation (bei einer OP im privaten OP). Wie viel dabei übernommen wird, regelt ausschließlich Ihr individueller Versicherungsvertrag. Die Speziallinse selbst ist von einer Kostenübernahme ausgenommen und wird gesondert verrechnet.

Für Selbstzahler*innen gilt ein anderes Procedere: Sie können die Rechnung bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse einreichen. Diese erstattet grundsätzlich 80 Prozent des sogenannten Kassentarifs – also jenes Betrags, den sie bei einer vergleichbaren Operation an eine Vertragspartnerin oder einen Vertragspartner gezahlt hätte –, nicht 80 Prozent der tatsächlichen Rechnung. Da wahlärztliche Honorare frei kalkuliert werden und meist über dem Kassentarif liegen, fällt die tatsächliche Rückerstattung in der Praxis oft deutlich niedriger aus, als man zunächst annehmen würde. Diese Erstattung betrifft ausschließlich den Anteil der Operation – die Speziallinse ist davon in jedem Fall ausgenommen.

Sie möchten wissen, welches Modell in Ihrer Situation zutrifft und mit welchen Kosten Sie realistisch rechnen können? Vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch. Mehr zu meinem fachlichen Hintergrund und der Vienna IOL Study Group finden Sie auf meiner Seite über mich.

Häufige Fragen zu den Kosten der Grauer-Star-Operation

Übernimmt eine private Zusatzversicherung Premiumlinsen (Speziallinsen)?2026-07-21T23:29:19+02:00

Nein: Die Speziallinse selbst – etwa eine Monofokal-Plus-, EDOF- oder Multifokallinse – muss auch bei Vorliegen einer privaten Zusatzversicherung immer selbst bezahlt werden. Die Versicherung übernimmt in der Regel nur die eigentliche Operationsleistung: bei einer OP im Privatspital meist per Direktverrechnung ohne zusätzliche Kosten für Sie, bei einer OP im privaten OP nach Einreichung der Rechnung, häufig fast zur Gänze, abhängig vom Vertrag.

Für die Speziallinse selbst ist unabhängig vom Versicherungsmodell mit schätzungsweise 300 bis 1.000 Euro pro Auge zu rechnen. Ob und in welchem Umfang Ihre konkrete Police darüber hinausgehende Leistungen vorsieht, lässt sich am zuverlässigsten direkt bei Ihrer Versicherung klären – idealerweise vor der Operation und mit einem Kostenvoranschlag als Grundlage.

Was bedeutet Wahlärztin für die Kostenerstattung?2026-07-21T23:28:15+02:00

Als Wahl- bzw. Privatärztin behandle ich ausschließlich Patient*innen mit Zusatzversicherung oder Selbstzahler*innen, in der Privatklinik Confraternität & Goldenes Kreuz oder in einem privaten OP. Wie die Kosten erstattet werden, hängt vom jeweiligen Modell ab: Mit Zusatzversicherung wird eine OP im Privatspital meist direkt mit Ihrer Versicherung verrechnet; im privaten OP zahlen Sie zunächst selbst und reichen die Rechnung danach bei Ihrer Versicherung ein, die die Kosten je nach Vertrag meist fast zur Gänze übernimmt.

Als Selbstzahlerin oder Selbstzahler reichen Sie die Rechnung stattdessen bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein. Diese erstattet grundsätzlich 80 Prozent des Kassentarifs – deutlich weniger als 80 Prozent der tatsächlichen Rechnung, da Wahlarzt-Honorare frei kalkuliert und meist höher als Kassentarife sind. In der Praxis liegen die Gesamtkosten für Selbstzahler*innen bei etwa 3.000 bis 4.000 Euro pro Auge, abhängig vom Linsenmodell; eine Speziallinse ist von der Erstattung in jedem Modell ausgenommen und muss zusätzlich selbst bezahlt werden.

Was kosten Premiumlinsen (Speziallinsen) zusätzlich?2026-07-21T23:27:03+02:00

Speziallinsen wie Monofokal-Plus-, EDOF- oder Multifokallinsen müssen unabhängig vom gewählten Weg immer selbst bezahlt werden – auch dann, wenn die Operation selbst über eine Zusatzversicherung oder die gesetzliche Krankenkasse (teilweise) abgedeckt ist. Die Kosten dafür liegen schätzungsweise zwischen rund 300 und 1.000 Euro pro Auge, abhängig vom konkreten Linsenmodell und davon, ob zusätzlich eine torische Korrektur benötigt wird.

Zum Vergleich: Monofokale und torische Standardlinsen sind auch in einem Belegspital oder Privatspital im regulären Tarif enthalten und verursachen keine separaten Zusatzkosten. Nur der Schritt von der Standard- zur Speziallinse kostet extra. Welche Linse für Sie sinnvoll ist, entscheidet sich ohnehin nicht am Preis, sondern an Ihrer Augengesundheit und Ihrem Alltag – mehr dazu in unserem Artikel „Welche Linse passt zu mir?“.

Zahlt die Krankenkasse die Katarakt-Operation?2026-07-21T23:25:56+02:00

Ja: Im öffentlichen Krankenhaus übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Operation des Grauen Stars inklusive einer monofokalen Standardlinse vollständig – Voraussetzung ist eine Überweisung durch Ihre Augenärztin oder Ihren Augenarzt. In manchen Häusern wird je nach Möglichkeit und Stärke des Astigmatismus auch eine torische Linse im Rahmen der Kassenleistung eingesetzt.

Was die Kasse dabei nicht bietet, ist die freie Wahl der Operateurin oder des Operateurs: In der allgemeinen Gebührenklasse behandelt das diensthabende Ärzteteam, nicht eine bestimmte Person. Möchten Sie sich Ihre Operateurin gezielt aussuchen, braucht es eine Zusatzversicherung oder die Bereitschaft, privat zu bezahlen – als Selbstzahler*in reichen Sie die Rechnung danach bei Ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein und erhalten einen Teil auf Basis des sogenannten Kassentarifs zurück.

Was kostet eine Grauer-Star-Operation in Österreich?2026-07-21T23:25:16+02:00

Das lässt sich nicht pauschal in einer Zahl beantworten, da es entscheidend darauf ankommt, ob Sie über das öffentliche Krankenhaus als gesetzlich versicherte Person operiert werden, oder ob Sie sich Ihre Operateurin bzw. Ihren Operateur frei aussuchen möchten. Im öffentlichen Krankenhaus ist die Operation mit einer monofokalen Standardlinse für gesetzlich Versicherte kostenfrei, allerdings ohne freie Arztwahl.

Wer sich bewusst für eine bestimmte Operateurin oder einen bestimmten Operateur entscheidet, benötigt entweder eine private Zusatzversicherung oder finanziert die Operation privat als Selbstzahlerin bzw. Selbstzahler. Als Selbstzahler*in liegen die Kosten je nach Linsenmodell bei etwa 3.000 bis 4.000 Euro pro Auge, wovon ein Teil über die gesetzliche Krankenkasse zurückerstattet wird. Speziallinsen wie EDOF- oder Multifokallinsen kommen in jedem Modell zusätzlich hinzu, schätzungsweise 300 bis 1.000 Euro pro Auge. Eine für Sie verbindliche Aufstellung erhalten Sie im persönlichen Beratungsgespräch.

2026-07-21T23:33:49+02:0021.07.2026|Graue Star Operation|

About the Author:

Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Christina Leydolt ist Fachärztin für Augenheilkunde in Wien mit Spezialisierung auf Kataraktchirurgie (Grauer Star), Kunstlinsen-Implantation und refraktiven Linsentausch. Sie leitet die Vienna IOL Study Group, forscht aktiv im Bereich Premiumlinsen (torische, multifokale, EDOF- und Monofokal Plus-Linsen) und veröffentlicht regelmäßig Fachpublikationen in internationalen wissenschaftlichen Journalen. In ihrer Ordination am Opernring berät sie individuell zu Monofokal-, EDOF-, Multifokal- und torischen Linsen mit dem Ziel, bestmögliches Sehen und ein weitgehend Brillen-unabhängiges Leben zu ermöglichen. In ihren Blogbeiträgen erklärt sie aktuelle Entwicklungen in der Augenheilkunde verständlich und wissenschaftlich fundiert. Mehr über Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Christina Leydolt und ihre Kunstlinsen-Forschung erfahren Sie hier.
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